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13.05.2015  


Die „Via Manni“ auf dem Ulmtalradweg

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Aus Hamburger Sicht liegt das Ulmtal im Lahn-Dill-Kreis kurz vor den Alpen. Und der erwartungsfreudige Radfahrer, der vom Lahnradweg in Biskirchen der nicht vorhandenen Beschilderung ins Ulmtal folgt, fühlt sich tatsächlich in die Alpen versetzt. Denn die letzten 300 Meter vor dem Biskirchener Schützenhaus sind mit „Via mala“ noch milde umschrieben. Aber dann...


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...dann biegt er ab auf die Trasse der ehemaligen Ulmtalbahn, deren Verlauf sich zuvor angesichts einer Gestrüppsilhouette nur erahnen ließ. Er passiert leichten Herzens das Schild „Privatweg. Durchgang verboten“ , spürt das leichte Knirschen einer feinen Kiesdecke unter den Reifen und bewegt sich auf dem Traum jedes passionierten Radlers. Der breite Weg, bar irgendwelcher Schlaglöcher, Wurzelaufbrüche, Bodenwellen. Rechts und links Wald, alte, hohe Bäume, deren Durchlass wie ein gotisches Kirchenfenster wirkt. Viadukte, Felsendurchbrüche. Das ist sie, die „Via Manni“. Zwei Kilometer lang, schließt sie die Lücke zwischen dem schon bestehenden Ulmtalradweg und dem Anschluß zum Lahntalradweg, den die Gemeinde Leun selbst nicht bauen konnte und wollte.

Manni Köhnlein ist mit Frau Sanni und den Kindern Dschungelkönig in einem Märchenpark, zeitgemäß „Outdoor-Zentrum“ tituliert. Gäste werden von frei stolzierenden Pfauen, Freigängern unter den Ziegen oder Kaninchen, von Schildkröten, Eseln und manch anderem Getier begrüßt. Kinder können anfassen, streicheln, aber auch zwischen Sandkasten, Schaukel und Seilbahn an der Laufrolle toben. Mittendrin die rustikale Gastronomie, außen Tipis für Übernachtungsgäste. Abends Lagerfeuerromantik, alles wenig reglementiert, ursprünglich.

An diesem Fleck endete der neu angelegte Bahntrassenweg der Gemeinde Greifenstein. Und als alle Verhandlungen buchstäblich festgefahren waren, wurde Manni aktiv.Bislang hatte er Besuchergruppen, insbesondere Kinder, über die wegen wildgewordener LKWs und ebensolcher Kräder gemeingefährliche Straße per Auto mit eingeschalteter Warnblinkanlage eskortiert. Allen Widrig- und Obrigkeiten zum Trotz pachtete er nun kurzerhand das Gelände und ließ den Weg in Eigenregie anlegen.

Damit erschließt sich dem Radwanderer der Westerwald auf wunderbare Weise. Sieben Kilometer
Bahntrasse ab Biskirchen werden schon im nächsten Jahr bis Beilstein verlängert. Badefreuden winken an Ulm- und Krombachtalsperre. Weiterer Ausbau ist bei Driedorf in Arbeit. Mit ein wenig Phantasie lassen sich ein- und mehrtägige Radrundfahrten gestalten, bis hin zur Lahnquelle und dem Fluß folgend die Rückkehr. Bahntrassen–Radweg: Zauberwort für alle Freunde des Radwanderns. Der Tourismus wird nicht lange auf sich warten lassen.

Danke, Manni.




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