Januar
13.05.2015 erstellt von: Peter Fuess


Die „Via Manni“ auf dem Ulmtalradweg

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Aus Hamburger Sicht liegt das Ulmtal im Lahn-Dill-Kreis kurz vor den Alpen. Und der erwartungsfreudige Radfahrer, der vom Lahnradweg in Biskirchen der nicht vorhandenen Beschilderung ins Ulmtal folgt, fĂŒhlt sich tatsĂ€chlich in die Alpen versetzt. Denn die letzten 300 Meter vor dem Biskirchener SchĂŒtzenhaus sind mit „Via mala“ noch milde umschrieben. Aber dann...


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...dann biegt er ab auf die Trasse der ehemaligen Ulmtalbahn, deren Verlauf sich zuvor angesichts einer GestrĂŒppsilhouette nur erahnen ließ. Er passiert leichten Herzens das Schild „Privatweg. Durchgang verboten“ , spĂŒrt das leichte Knirschen einer feinen Kiesdecke unter den Reifen und bewegt sich auf dem Traum jedes passionierten Radlers. Der breite Weg, bar irgendwelcher Schlaglöcher, WurzelaufbrĂŒche, Bodenwellen. Rechts und links Wald, alte, hohe BĂ€ume, deren Durchlass wie ein gotisches Kirchenfenster wirkt. Viadukte, FelsendurchbrĂŒche. Das ist sie, die „Via Manni“. Zwei Kilometer lang, schließt sie die LĂŒcke zwischen dem schon bestehenden Ulmtalradweg und dem Anschluß zum Lahntalradweg, den die Gemeinde Leun selbst nicht bauen konnte und wollte.

Manni Köhnlein ist mit Frau Sanni und den Kindern Dschungelkönig in einem MĂ€rchenpark, zeitgemĂ€ĂŸ „Outdoor-Zentrum“ tituliert. GĂ€ste werden von frei stolzierenden Pfauen, FreigĂ€ngern unter den Ziegen oder Kaninchen, von Schildkröten, Eseln und manch anderem Getier begrĂŒĂŸt. Kinder können anfassen, streicheln, aber auch zwischen Sandkasten, Schaukel und Seilbahn an der Laufrolle toben. Mittendrin die rustikale Gastronomie, außen Tipis fĂŒr ÜbernachtungsgĂ€ste. Abends Lagerfeuerromantik, alles wenig reglementiert, ursprĂŒnglich.

An diesem Fleck endete der neu angelegte Bahntrassenweg der Gemeinde Greifenstein. Und als alle Verhandlungen buchstĂ€blich festgefahren waren, wurde Manni aktiv.Bislang hatte er Besuchergruppen, insbesondere Kinder, ĂŒber die wegen wildgewordener LKWs und ebensolcher KrĂ€der gemeingefĂ€hrliche Straße per Auto mit eingeschalteter Warnblinkanlage eskortiert. Allen Widrig- und Obrigkeiten zum Trotz pachtete er nun kurzerhand das GelĂ€nde und ließ den Weg in Eigenregie anlegen.

Damit erschließt sich dem Radwanderer der Westerwald auf wunderbare Weise. Sieben Kilometer
Bahntrasse ab Biskirchen werden schon im nĂ€chsten Jahr bis Beilstein verlĂ€ngert. Badefreuden winken an Ulm- und Krombachtalsperre. Weiterer Ausbau ist bei Driedorf in Arbeit. Mit ein wenig Phantasie lassen sich ein- und mehrtĂ€gige Radrundfahrten gestalten, bis hin zur Lahnquelle und dem Fluß folgend die RĂŒckkehr. Bahntrassen–Radweg: Zauberwort fĂŒr alle Freunde des Radwanderns. Der Tourismus wird nicht lange auf sich warten lassen.

Danke, Manni.




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